Gäste der 12. Ausgabe

  • Dominique Abel

    Dominique Abel wurde 1957 im belgischen Thuin geboren und absolvierte die Theaterausbildung an der École Jacques Lecoq in Paris. Dort lernte er Fiona Gordon kennen. Sie wurden zu einem unzertrennlichen Komikerduo. Gemeinsam gründeten sie die Produktionsfirma Courage mon amour, die vier sehr erfolgreiche Theaterstücke schuf. Von 1994 an befassten sich die beiden mit dem Kino. Sie begannen mit Kurzfilmen, bei denen sie gleichzeitig Produzenten, Autoren, Regisseure und Darsteller waren. 2005 drehten Dominique Abel und Fiona Gordon ihren ersten Langfilm: die «physische und poetische» Komödie L’Iceberg. Dieser Film wurde mit Lob überhäuft und gewann an mehreren internationalen Festivals zahlreiche Preise. 2007 filmten sie Rumba, der die Leidenschaft zweier Lehrer auf dem Land für den lateinamerikanischen Tanz schildert. Nach La Fée (2011), der an der «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes und am FFFH gezeigt wurde, kehren Dominique Abel und seine langjährige Verbündete nach Biel zurück, um ihr neustes Werk Paris pieds nus vorzustellen.

  • Claude Barras

    1973 wurde Claude Barras in Siders geboren und studierte an der École Emile Cohl in Lyon Illustration und Computergrafik. Der diplomierte Cyberanthropologe setzte sich anschliessend an der Ecole Cantonal d’Art de Lausanne (ECAL) mit Computergrafik auseinander. Seit 1997 hat er zahlreiche Kurzfilme, die meisten in Stop-Motion, gedreht. Einer davon war der mit Cédric Louis gefilmte Banquise (2005), der in Cannes im Wettbewerb stand. 2005 drehte er ausserdem Le Génie de la boîte de raviolis, der ihm zahlreiche internationale Preise einbrachte. Ein Jahr später wirkte er beim Kurzanimationsfilm Animatou mit. 2010 drehte er Courgette, einen dreiminütigen Pilot, als Auftakt zu Ma Vie de Courgette, der nach mehreren Jahren Arbeit zu seinem ersten Langfilm wurde. Gemeinsam mit Céline Sciamma, der Regisseurin von Bande de filles, schrieb Barras das Drehbuch zu dieser Bearbeitung eines Romans von Gilles Paris. Ma Vie de Courgette wurde dieses Jahr im Rahmen der «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes gezeigt und als Wettbewerbsfilm für das prestigeträchtige «Festival international d’animation d’Annecy» ausgewählt, wo er den Publikumspreis und den «Cristal» für Langfilme gewann.

  • Jérémie Bélingard

    Jérémie Bélingard trat 1987 in die Ballettschule der Pariser Oper ein. 1993, mit 18 Jahren, wurde er in deren «corps de ballet» aufgenommen. Ein Jahr später stieg er zum «Coryphée» auf, 1999 wurde er «Sujet» und 2001 «Premier danseur». 1998 erhielt er den «Prix du Cercle Carpeaux», der alljährlich einem Tänzer oder einer Tänzerin des «corps de ballet» der Pariser Oper verliehen wird. Am 28. März 2007 wurde Jérémie Bélingard nach seinem Auftritt in Rudolf Nurejews Don Quichotte zum «Étoile» ernannt. 2010 erhielt er die Auszeichnung «Chevalier des Arts et des Lettres». Im Rahmen des Festivals «Suresnes Cités Danse» choreografierte er 2011 das Stück Bye Bye Vénus mit Hip-Hop-Tänzern. Jérémie Bélingard arbeitet ausserdem als Werbeträger für Marken wie Hermès, Sony, Jean-Paul Gaultier und Givenchy. Im Bereich Kinofilm konzipierte und tanzte er die Choreografien im Animationsfilm Ballerina von Éric Summer und Éric Warin und trat zuletzt im Kurzfilm En moi von Laetitia Casta auf, der als Abschluss der 55. «Semaine de la Critique» in Cannes gezeigt wurde. Jérémie Bélingard begleitet die Filmemacherin Valérie Müller nach Biel, in deren Werk Polina, danser sa vie er als Karl zu sehen ist.

  • Jacob Berger

    1963 wurde Jacob Berger in Lydney (GB) als Sohn des Schriftstellers John Berger geboren. Er studierte an der New York University Film School und schloss 1986 ab. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz stellte er 1987 an den Solothurner Filmtagen seinen Kurzfilm A Name for her Desire vor. Neben Jean-Louis Trintignant und Laura Morante spielte er in La Vallée fantôme (1987) von Alain Tanner mit. 1990 drehte Berger seinen ersten Langfilm Les Anges, der an der Berlinale im Wettbewerb stand. Kurz darauf brachte er Gérard und Guillaume Depardieu in Aime ton père (2002) zusammen; der Film lief in Locarno im Wettbewerb. 2007 zeigte er in Locarno auf der Piazza Grande und am FFFH 1 journée. Diese ausgezeichnete Darstellung der grundlegenden Unvollständigkeit des Blickes brachte ihm in Montréal im selben Jahr den Preis für die beste Regie ein. Neben zahlreichen Dokumentarfilmen für das Fernsehen zeichnete er zwischen 2009 und 2014  bei der RTS für die brillante und scharfzüngige Kolumne Le regard du cinéaste verantwortlich. Frei nach dem gleichnamigen Roman von Jacques Chessex präsentiert er mit Un Juif pour l’exemple seinen vierten Spielfilm.

  • Stéphane Brizé

    Stéphane Brizé, geboren 1966 in Rennes, drehte zwei Kurzfilme, bevor er 1999 mit Le Bleu des villes seinen ersten Langfilm machte. 2004 führte er in Je ne suis pas là pour être aimé Regie und arbeitete dabei mit Patrick Chesnais et Anne Consigny zusammen. Nach Entre adultes (2006) holte er mit Mademoiselle Chambon (2009) den César für das beste Drehbuch. Sandrine Kiberlain und Vincent Lindon tragen dieses subtile Melodrama. 2011 vertraute er Lindon die Hauptrolle im überwältigenden Quelques heures de printemps an, neben Hélène Vincent und Emmanuelle Seigner. Drei Jahre später drehte Stéphane Brizé den sehr realistischen La loi du Marché (2014), der Vincent Lindon den Preis für den besten männlichen Darsteller am 68. Festival von Cannes einbringt und einige Monate später auch den César als bester Hauptdarsteller. Stéphane Brizé ist zum vierten Mal am FFFH. Dieses Mal mit Une vie, der in Venedig als Wettbewerbsfilm gezeigt wurde. Angelehnt an den gleichnamigen Roman von Maupassant, glänzt dieser Kostümfilm mit einer herausragenden Besetzung. In den  Hauptrollen spielen Judith Chemia, Yolande Moreau und Jean-Pierre Darroussint.

  • Delphine Coulin

    Delphine Coulin hat Literaturwissenschaften und Politologie studiert. Während fast zehn Jahren war sie bei Arte für mehrere Dokumentarsektionen verantwortlich. Sie hat ausserdem einige Romane veröffentlicht, wobei Les Traces (Grasset, 2004) bei den Kritikern und dem Publikum sehr gut ankam. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit schrieb und drehte sie mit ihrer Schwester Muriel Coulin fünf Kurzfilme; beispielsweise Souffle (2000), Sens dessus dessous : roue libre (2003) und Seydou (2009). 2011 stellte sie am FFFH ihren ersten Langfilm vor: 17 filles, den sie ebenfalls mit ihrer jüngeren Schwester gedreht hat und der in Cannes für die «Quinzaine des réalisateurs» ausgewählt wurde. Zusammen mit Muriel, Eric Toledano und Olivier Nakache schrieb sie 2013 das Drehbuch für den Film Samba, der auf ihrem eigenen Roman Samba pour la France beruht. Delphine und Muriel Coulin kommen ans FFFH zurück: Voir du Pays ist ihr zweiter gemeinsamer Langfilm, in dem Soko und Ariane Labed die Hauptrollen spielen, und der mit dem Preis für das beste Drehbuch in der Sparte «Un Certain Regard» in Cannes ausgezeichnet wurde.

  • Muriel Coulin

    Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften studierte Muriel Coulin Fotografie an der École Nationale Supérieure Louis Lumière und arbeitete als Kamera-Assistentin in Filmen von Louis Malle, Souleymane Cissé und Aki Kaurismäki. Sie wirkte neben dem Chefkameramann Slawomir Idziak in La double vie de Véronique (1991) und in der Trilogie Trois couleurs von Krzysztof Kieslowski mit. Nach ihrer Beförderung zur Chefkamerafrau war sie für zahlreiche Dokumentar- und zeitgenössische Kunstfilme verantwortlich. Ab 1995 drehte sie mit ihrer älteren Schwester Delphine Coulin fünf Kurzfilme, die an verschiedenen Festivals gezeigt wurden. 2006 führte sie mit Ruth Zylbermann im Dokumentarfilm L’homme sans douleur Co-Regie. Ihren ersten Langfilm schrieb und drehte sie 2011 mit Delphine: 17 filles beruht auf einer wahren Geschichte und feierte seine Schweizer Premiere am FFFH. Muriel und Delphine Coulin kommen nach Biel zurück, um Voir du Pays zu zeigen. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Delphine Coulin, der 2013 veröffentlicht wurde.

  • Jean-Pierre Dardenne

    Der 1951 geborene Jean-Pierre Dardenne wuchs zusammen mit seinem jüngeren Bruder Luc in Seraing, einer Industrievorstadt von Liège auf. Er studierte Schauspielkunst am Institut des arts de diffusion in Brüssel, wo er den  Regisseur Armand Gatti kennen lernte, dem er und Luc Dardenne für mehrere Stücke beistand. Nachdem sie 1975 ihre erste Produktionsfirma gründeten, begannen Jean-Pierre und Luc Dardenne ein Gemeinschaftswerk, das es so noch nicht gab: sie waren Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseure all ihrer Filme. Ihr dritter Langfilm, La Promesse (1996), machte sie beim breiten Publikum und den Kritikern bekannt. Von da an schufen die «Brüder», wie sie von ihren Freunden und Mitarbeitern genannt werden, eine Reihe unvergesslicher Filme. Belebt von einem konstanten Bemühen um Realitätsbezug gingen sie in die Geschichte des Kinos ein: Rosetta, Le Fils, L’Enfant, Le silence de Lorna, Deux jours, une nuit… Bevor sie am FFFH La fille inconnue vorstellen, sind Jean-Pierre und Luc Dardenne die Gäste der «La Rencontre», wo sie sich im Rahmen eines aufschlussreichen Gesprächs auch den Fragen des Publikums zu ihrem Schaffen stellen werden.

  • Luc Dardenne

    Luc Dardenne wurde 1954 geboren und wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Jean-Pierre Dardenne in Seraing, einer Industrievorstadt von Liège auf. Nach seinem Studium der Soziologie und Philosophie drehte er mit Jean-Pierre Dardenne mehrere engagierte Dokumentarfilme, die sich entweder der Arbeitswelt widmeten (Leçon d’une université volante, 1982) oder vergessene Aspekte des Arbeiterstreiks beleuchteten (Lorsque le bateau de M. Léon descendit la Meuse pour la première fois, 1978). 1987 gingen Luc und Jean-Pierre Dardenne mit Falsch, der Bearbeitung eines Theaterstücks von René Kalinski, zur Fiktion über. Ohne jemals von ihren ethischen Prinzipien abzuweichen, drehten sie eine Reihe von Langfilmen, die fast ausnahmslos in Cannes ausgezeichnet wurden. So zum Beispiel La Promesse (1996) mit Jérémie Renier und Olivier Gourmet, Rosetta (Goldene Palme 1999), Le Fils («Prix d’interprétation» für Olivier Gourmet 2002), L’Enfant (Goldene Palme 2005), Le silence de Lorna («Prix du scénario» 2008), Le gamin au vélo («Grand Prix» 2011). Nachdem sie 2005 mit L’Enfant am FFFH zu Gast waren, kehren Luc und Jean-Pierre Dardenne mit ihrem neusten Film La fille inconnue nach Biel zurück.

  • Corentin Fila

    Corentin Fila wurde in Paris geboren. Seine Mutter ist Lehrerin für autistische Kinder, sein Vater Regisseur für Dokumentarfilme; Corentin Fila ist zudem das Patenkind des kongolesischen Sängers Zao. Nach dem Gynmasium am Lycée Montaigne erwarb er an der Universität Paris Descartes ein Lizenziat der Wirtschaft. Nachdem er auf der Strasse entdeckt wurde modelte er ein wenig für die Agentur Elite. 2012 entdeckte er die Magie des Theaters, als er beim Bühnenstück The Suit von Peter Brook assistierte, das mit zwei Südafrikanischen Schauspielern inszeniert wurde. 2015 erhielt er seine erste Rolle in einem Kinofilm: er spielte neben Kacey Mottet Klein in André Téchinés Quand on a 17 ans, der an der Berlinale 2016 im Wettbewerb lief. 2016 macht er unter der Regie von Gabriel Aghion in der zweiten Staffel der Serie La vie devant elles mit, in der er den streikenden Stahlarbeiter Fadi spielt. Corentin Fila ist zum ersten Mal am FFFH zu Gast und stellt mit Kacey Mottet Klein den bemerkenswerten Quand on a 17 ans vor, der im Dezember 2016 in die Deutschschweizer Kinos kommt.

  • Fiona Gordon

    Fiona Gordon wurde 1957 in Australien geboren. Sie ist Kanadierin und hat ein Diplom in Schauspielkunst der Universität Windsor (Ontario). Sie zog nach Paris, um an der École Jacques Lecoq Theater zu studieren, wo sie Dominique Abel kennenlernte. Sie erschufen zusammen Theatertücke, die sie international bekannt machten. Das mittlerweile unzertrennliche Duo liess sich vom burlesken Kino inspirieren und schaffte es, ihren absurden und skurrilen Humor dank der millimetergenauer Choreografie von Gesten und Haltungen in Kurz- und Langfilme zu übertragen. In Rumba (2007), der wundervollen Geschichte einer vereitelten Liebe, tanzte Fiona Gordon einfach weiter – trotz des Holzbeines, das sie tragen muss, seit sie wegen eines Selbstmörders einen Autounfall hatte. 2011 kam sie mit Dominique Abel ans FFFH und stellte La Fée vor, in dem sie mit anmutiger Ungeschicklichkeit drei Wünsche erfüllt. Als Bibliothekarin auf der Suche nach ihrer alten Tante, kehrt sie dieses Jahr zusammen mit Dominique Abel in Paris pieds nus, nach Biel zurück.

     

  • Joachim Lafosse

    Joachim Lafosse wurde 1975 in Uccle, Belgien, geboren. Mit seinem im 2001 am Filmfestival von Locarno prämierten Kurzfilm Tribu machte er erstmals auf sich aufmerksam. Seine Langfilme, wie Folie privée (2003) und Ça rend heureux (2006), liefen bei den grossen europäischen Festivals. Ebenfalls 2006 wurde an der «Mostra» von Venedig der von den Kritikern gelobte Nue propriété mit Isabelle Huppert sowie Jérémie und Yannick Renier, vorgeführt. Der Film handelt von einem sehr eigenartigen Verhältnis zwischen einer Mutter und ihren beiden Söhnen. Im 2008 zeigte er im Rahmen der «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes Elève libre, ein Werk über eine Lehrer-Schüler-Beziehung, die in beunruhigender Weise über den schulischen Rahmen hinausgeht. Seine Filme sind unbequem, bergen aber stets eine tiefe Menschlichkeit, wie zum Beispiel der von einer Zeitungsmeldung inspirierten und von Joachim Lafosse im 2012 am FFFH vorstellten Film À perdre la raison. Nach Les Chevaliers blancs (2014), der auf die Affäre um die sogenannte «Arche de Zoé» anspielt, kehrt der belgische Filmemacher mit dem in Cannes vorgeführten Film L’économie du couple nach Biel zurück. Dieses anspruchsvolles Werk zeigt meisterhaft auf, wie sich ein Paar durch Geld entzweit.

     

  • Benoit Lange

    Benoit Lange wurde 1965 in Morgins geboren und zog im Alter von 22 Jahren nach Indien, um bei verschiedenen humanitären Projekten mitzuwirken. In Kalkutta traf er Doktor Jack und entschied sich dazu, dessen Arbeit in den Strassen fotografisch festzuhalten. 1991 gewann Benoit Lange den Preis der «Journées professionnelles» in Arles und stellt seither seine Arbeiten in zahlreichen europäischen Galerien aus. Kalkutta und ihre Armen blieben im Zentrum seines Schaffens, obwohl er seine künstlerische Tätigkeit auf andere Länder ausweitete: Äthiopien, Eritrea, Burkina Faso, Ecuador, China, Mongolei, Kosovo, Indonesien, Japan. Benoit Lange hat sechs Werke über seine Reisen veröffentlicht und Filme wie Les oubliés de Calcutta (1995) oder Les aventuriers de la médecine (1997) für das Fernsehen gedreht.

  • Noémie Merlant

    Noémie Merlant wurde 1988 in Paris geboren und lernte sehr früh zu singen und zu tanzen. Sie arbeitete als Model, als sie den Aufnahmewettbewerb an den Cours Florent bestand, wo sie zur Schauspielerin ausgebildet wurde. 2008 begann sie in Filmen wie La Permission de minuit von Delphine Gleize mitzuspielen. Später erhielt sie die Hauptrolle in L’Orpheline avec en plus un bras en moins von Jacques Richard. 2011 sammelt sie mit der Serie Le Jour où tout a basculé erste Erfahrungen im Fernsehen, bevor sie in einer Episode von Julie Lescaut einen beeindruckenden Auftritt hatte. Nachdem sie einen Lockvogel in La crème de la crème (2013) von Kim Chapiron mimte, erhielt Noémie Merlant die Rolle von Mélanie in Les Héritiers von Marie-Castille Mention-Schaar. 2014 war sie in Un moment d’égarement von Jean-François Richet zu sehen. Danach fielen ihr mehrere wichtige Rollen zu. So spielte sie 2015 unter anderem in Dieumerci! von Lucien Jean-Baptiste und À tous les vents du ciel von Christophe Lioud. In le ciel attendra von Marie-Castille Mention-Schaar, interpretiert sie hervorragend eine junge Frau, Sonia, die vom IS angeworben wurde.

  • Kacey Mottet Klein

    Sein Leinwanddebut hatte der 1998 in Lausanne geborene Kacey Mottet Klein im Alter von 7 Jahren in Ursula Meiers Home an der Seite von Olivier Gourmet und Isabelle Huppert. Zwei Jahre später stellte er in Gainsbourg (Vie heroïque) von Joann Sfarr Serge Gainsbourg als Kind dar. In Sister (2011) von Ursula Meier spielte er neben Léa Seydoux in der Hauptrolle. Für seine Leistung wurde er für den César «Meilleur Espoir Masculin» nominiert und gewann den Quartz als Bester Darsteller des Schweizer Filmpreises 2013. In Gemma Bovery (2013) von Anne Fontane verkörperte er den Sohn von Fabrice Luchini, ein Jahr später den von Mathilde Seigner in Une Mère von Christine Carrière. 2015 stellte er am FFFH Keeper von Guillaume Senez vor, in dem er eine der beiden Hauptrollen spielt. Die kurze Dokumentation von Ursula Meier, Kacey Mottet Klein, naissance d’un acteur, die ihm gewidmet ist, gewann 2016 den Quartz für den besten Kurzfilm. Kacey Mottet Klein kommt für Quand on a 17 ans von André Téchine nach Biel zurück, bei dem er neben Sandrine Kiberlain und Corentin Fila zu sehen ist.

  • Valérie Müller

    Nach ihrer musikalischen Erfahrung mit der Band Oko3 studierte Valérie Müller Kunstgeschichte und Film, und arbeitete daneben als Regie- und Produktionsassistentin. Ab 1994 drehte sie mehrere Dokumentarfilme, zum Beispiel Avant la parade, Portrait en mouvement, L’Effet Casimir und Regard sur Angelin Preljocaj, ein Porträt des bekannten Choreografen. Sie machte auch einige Kurzfilme, wie La Surface de réparation mit Marion Cotillard und Les Hommes s’en souviendront mit Marina Foïs in der Rolle von Simone Weil. Valérie Müller war auch Co-Autorin von Drehbüchern für Langfilme wie L’Identité und Déluge. Mit ihrer Produktionsfirma Lithium Films koproduzierte sie den Dokumentarfilm von Olivier Assayas, Eldorado. 2014 führte sie bei ihren ersten Langfilm Regie, Le Monde de Fred mit Olivier Soler, Marina Golovine, Virginie Ledoyen, Lorant Deutsch und Vahina Giocante. Valérie Müller stellt am FFFH Polina, danser sa vie vor, eine Bearbeitung des Comics von Bastien Vivès, bei dem sie mit Angelin Preljocaj Regie führte. Es spielen Juliette Binoche, Niels Schneider, Anastasia Shevtsova und der Solotänzer Jérémie Bélingard.

  • Sophie Reine

    Auf ihrer Website beschreibt sich Sophie Reine als «Chef-Cutterin, ein bisschen Filmemacherin und ein wenig Drehbuchautorin». Die gebürtige Französin ist seit 1999 Cutterin und hat als solche bei zahlreichen Kurz- und Langfilmen mitgewirkt. Herauszuheben sind hierbei La Chatte à deux têtes von Jacques Nolot, J’ai toujours rêvé d’être un gangster von Samuel Benchetrit, Le premier jour du reste de ta vie von Rémi Bezançon, der ihr 2009 einen César für den besten Schnitt einbrachte, Zarafa, von Rémy Bezançon und Jean-Christophe Lie, Foxfire von Laurent Cantet, Is The Man Who Is Tall Happy von Michel Gondry, La French von Cédric Jimenez oder Mon Roi von Maïwenn. 2009 wendete sie sich der Kunst des Filmemachens zu und  drehte den Kurzfilm Jeanine (ou mes parents n’ont rien d’exceptionnel), der an der Berlinale im Wettbewerb stand. Diese Komödie zeigt auf eine feine Art und Weise die Schwierigkeiten eines kleinen Mädchens auf, das mit der sehr liberalen Erziehung seiner Hippie-Eltern konfrontiert wird. Cigarettes et chocolat chaud – mit Gustave Kevern und Camille Cottin – ist ihr erster Langfilm.

  • Nicolas Wadimoff

    Geboren 1964 in Genf, Lizenziat in Kommunikation der Universität Quebec und Rockgitarrist. Nicolas Wadimoff war Musiker und Amateurboxer, bevor er 1992 das Kino mit Les gants d’or d’Akka anging, einem Dokumentarfilm über einen jungen Palästinenser, der davon träumt, im israelischen Boxteam aufgenommen zu werden. Clandestins, sein erster Langfilm, stand 1996 in Locarno im Wettbewerb. 2002 gründete er die Produktionsfirma AKKA Films. 2005 zeichnete der engagierte Filmemacher den Dokumentarfilm L’accord mit, der den Kampf einer Gruppe Israelis und Palästinenser für den Frieden zeigt. Nicolas Wadimoffs an der Berlinale 2010 prämierter Dokumentarfilm Aisheen zeigt ein hoffnungsloses Bild des Gaza-Streifens. Nach Opération Libertad (2012), einer mit Jacob Berger geschriebenen scharfsinnigen Vintage-Komödie über politischen Aktivismus in der Schweiz, die für die «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes ausgewählt wurde, drehte er im Norden Marseilles den Dokumentarfilm Spartiates, in dem ein junger Sportlehrer Kinder in die Kampfkunst einführen will («Prix de Soleure» 2015). Nicolas Wadimoff kehrt mit Jean Ziegler, l’optimisme de la volonté, der bereits in Locarno gezeigt wurde, ans FFFH zurück .